Die Dicke des Uhrglases – wie wählt man die richtige Größe aus?
2026-07-31Bei der Auswahl von Uhrglas reicht der Durchmesser allein nicht aus. Auch die Dicke des Glases ist wichtig, da sie die Art der Einpassung im Gehäuse, die Höhe über dem Zifferblatt sowie die Zusammenarbeit mit der Dichtung und der Lünette beeinflusst. Wir erklären, wie man die richtige Dicke auswählt und warum ein Glas von 30,4 × 1,0 mm nicht dasselbe ist wie 30,4 × 2,0 mm.
Zwei Gläser können genau denselben Durchmesser haben, sich aber in der Dicke unterscheiden. Beispielsweise kann ein Glas mit einem Durchmesser von 30,4 mm in der Version 1,0 mm, 1,5 mm, 2,0 mm oder noch dicker vorkommen.
Jede dieser Varianten ist ein anderes Produkt und sollte nicht automatisch als austauschbar betrachtet werden.
Warum ist die Dicke des Glases wichtig?
Die Dicke beeinflusst unter anderem:
- die Art der Glasbefestigung im Gehäuse,
- die Höhe des Glases im Verhältnis zur Lünette,
- den Platz über den Zeigern,
- die Zusammenarbeit mit der Glasdichtung,
- das Aussehen der Uhr nach der Montage.
Deshalb muss beim Austausch des Glases nicht nur der Durchmesser, sondern auch die richtige Dicke und das Profil wiederhergestellt werden.
Glas 1,0 mm – wann wird es verwendet?
Gläser mit einer Dicke von 1,0 mm sind relativ dünn und kommen in vielen Uhren vor, bei denen die Gehäusekonstruktion eine geringe Höhe des Glases vorsieht.
Im Kurant-Geschäft ist eine breite Serie von mineralischen flachen Gläsern mit 1,0 mm in vielen Durchmessern erhältlich. :contentReference[oaicite:1]{index=1}
Siehe mineralische flache Gläser 1,0 mm
Glas 2,0 mm – was unterscheidet es von 1,0 mm?
Ein Glas mit einer Dicke von 2,0 mm ist doppelt so dick wie ein Glas mit 1,0 mm. Bei demselben Durchmesser wird es also anders im Gehäuse liegen und kann höher über die Oberfläche hinausragen.
Auf deiner Seite gibt es separate Produkte und Serien von Gläsern mit 2,0 mm, z.B. mineralisches flaches Glas 22,4 mm × 2,0 mm. :contentReference[oaicite:2]{index=2}
Ist dickeres Glas immer besser?
Nein. Die Dicke sollte nicht nach dem Prinzip „je dicker, desto besser“ ausgewählt werden.
Am wichtigsten ist die Anpassung an die Konstruktion der Uhr. Zu dickes Glas kann:
- zu stark über das Gehäuse hinausragen,
- nicht zur Lünette passen,
- das Aussehen der Uhr verändern,
- die korrekte Befestigung erschweren.
Andererseits kann zu dünnes Glas zu niedrig sitzen oder nicht der originalen Konstruktion entsprechen.
Kann man 1,0 mm Glas durch 1,5 mm Glas ersetzen?
Man sollte nicht davon ausgehen, dass ein solcher Austausch nur aufgrund des identischen Durchmessers korrekt ist.
Vor einer Änderung der Dicke sollte man überprüfen:
- die Tiefe der Glasvertiefung,
- die Art der Befestigung,
- die Höhe der Lünette,
- den Abstand zu den Zeigern,
- die Art der Dichtung.
Am sichersten ist es, die Dicke zu verwenden, die dem originalen Glas entspricht.
Wie misst man die Dicke des alten Glases?
Das Glas sollte zuerst aus der Uhr entfernt werden.
Die Dicke lässt sich am besten mit einem Messschieber an der Stelle messen, die der Konstruktion des jeweiligen Glases entspricht.
Bei flachem Glas ist die Messung relativ einfach – wir messen die gesamte Dicke.
Wie misst man die Dicke von sphärischem Glas?
Bei gewölbtem Glas muss man beachten, dass der mittlere Teil höher liegt als der Rand.
Man sollte also nicht automatisch die gesamte Höhe des Glases als die Dicke seines Randes interpretieren.
Bei der Auswahl muss das Profil mit dem originalen Glas verglichen werden, nicht nur ein Wert.
Wie misst man linsenförmiges Glas?
Bei linsenförmigem Glas gibt es zwei wichtige Maße:
- Dicke am Rand,
- Dicke in der Mitte.
Beispielsweise bedeutet die Bezeichnung:
3,5 × 1,5 mm
ein Glas, dessen mittlerer Teil etwa 3,5 mm und der Rand etwa 1,5 mm dick ist.
Man kann also solches Glas nicht mit gewöhnlichem flachem Glas von 1,5 mm vergleichen und annehmen, dass sie gleich sind.
Siehe: was unterscheidet flaches, sphärisches und linsenförmiges Glas
Die Dicke des Glases und die Zeiger
Das Profil und die Dicke des Glases beeinflussen den Platz über dem Zifferblatt und den Zeigern.
In einer Uhr, in der die Zeiger hoch sitzen, kann die Verwendung eines zu niedrigen Profils zu zu wenig Platz führen.
Deshalb werden in einigen Konstruktionen serienmäßig gewölbte oder linsenförmige Gläser anstelle von flachen verwendet.
Die Dicke des Glases und die Lünette
In vielen Gehäusen sollte das Glas auf einer bestimmten Höhe im Verhältnis zur Lünette sitzen.
Zu dickes Glas kann mehr herausragen als das originale, und zu dünnes kann zu tief sitzen.
Das hat sowohl ästhetische als auch konstruktive Bedeutung.
Die Dicke des Glases und die I-Ring-Dichtung
Bei Glas, das auf einer Dichtung montiert ist, muss auch die Höhe des I-Rings berücksichtigt werden.
Die Dicke des Glases kann also nicht unabhängig von der Art seiner Befestigung ausgewählt werden.
Die gesamte Anordnung sollte als:
Gehäuse + Dichtung + Glas.
Siehe: wie man die I-Ring-Dichtung für das Uhrglas auswählt
Der gleiche Durchmesser, unterschiedliche Dicke – Beispiel
Angenommen, es wird ein Glas mit einem Durchmesser von 30,4 mm benötigt.
Im Katalog können folgende Varianten vorkommen:
- 30,4 × 1,0 mm,
- 30,4 × 1,5 mm,
- 30,4 × 2,0 mm.
Alle haben einen Durchmesser von 30,4 mm, sind aber drei verschiedene Teile.
Deshalb reicht die Angabe des Durchmessers 304 nicht aus, um eine Bestellung aufzugeben.
Siehe: was bedeutet die Größe des Glases 304
Hat das Material des Glases Bedeutung für die Dicke?
Ja. Plexi, mineralisches und Saphirglas haben unterschiedliche Eigenschaften, und die Konstruktion der Uhr kann auf ein bestimmtes Material und Profil abgestimmt sein.
Deshalb sollten mineralisches Glas von 1,5 mm und Saphirglas von 1,5 mm nicht nur aufgrund des identischen Durchmessers und der Dicke als austauschbar betrachtet werden.
Siehe: Plexi, mineralisch oder Saphir – welches Glas wählen?
Wie wählt man die Dicke aus, wenn das alte Glas zerbrochen ist?
Wenn es nicht möglich ist, das alte Glas zu messen, muss die Konstruktion der Vertiefung im Gehäuse und die Art der Montage festgestellt werden.
Hilfreich können sein:
- ein erhaltenes Fragment des Glases,
- die Höhe der Lünette,
- die Tiefe der Vertiefung,
- die alte Dichtung,
- die Dokumentation des spezifischen Uhrenmodells.
Der Durchmesser der Vertiefung allein bestimmt nicht die richtige Dicke des Glases.
Wie wählt man die Dicke des Glases Schritt für Schritt aus?
- Entferne das alte Glas aus der Uhr.
- Miss den Durchmesser.
- Miss die Dicke des Glases.
- Erkenne das Profil: flach, sphärisch oder linsenförmig.
- Überprüfe die Art der Befestigung.
- Wenn ein I-Ring vorhanden ist, berücksichtige seine Höhe und Dicke.
- Vergleiche das neue Teil mit dem originalen Glas vor der Montage.
Uhrengläser in verschiedenen Dicken im Großhandel Kurant
Der Uhrmacher-Großhandel Kurant hat über 80.000 Stück Uhrengläser in vielen Durchmessern, Dicken, Materialien und Profilen auf Lager.
Beispielsweise sind mineralische flache Gläser in separaten Serien nach Dicke erhältlich, was die Auswahl der richtigen Version für das Gehäuse erleichtert. :contentReference[oaicite:3]{index=3}
Siehe Uhrengläser im Großhandel Kurant
Siehe auch: wie man das Glas für die Uhr auswählt – vollständiger Leitfaden